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| Weniger lernen ist mehr | mehr |
Im Bereich Lernen gilt meistens, dass weniger mehr ist. Wer versucht in einem Gewaltakt über Stunden hinweg Stoff aufzunehmen, wird dabei an die eigene geistige und körperliche Aufnahmegrenze stoßen. Das Gedächtnis ist kein beliebig großes Fass, in das Wissen hineingeschüttet werden kann. Als Folge wird ein Teil des Gelernten niemals an das Langzeitgedächtnis weitergegeben, sondern geht einfach verloren. Mehr als einige Stunden intensiven Lernens am Stück schaden daher eher, als dass sie nutzen – und das heißt, lieber einige Tage früher mit dem Lernen beginnen und dafür jeden Tag etwas kürzer lernen.
| Arbeiten zu festen Zeiten | mehr |
... hat verschiedene Vorteile:
| Arbeiten in angenehmer Atmosphäre | mehr |
Wenn man sich geärgert hat, krank ist oder Angst hat, ist die Lernfähigkeit eingeschränkt, weil die Gedanken immer wieder abschweifen. Hat man Hunger oder Durst sieht es genauso aus. Also wenn möglich: Alle negativen Einflussfaktoren beseitigen oder beiseite schieben, damit man ganz im Lernen aufgehen kann.
| Lernen unter ungünstigen Umständen | mehr |
Natürlich sollte der Schreibtisch aufgeräumt sein, aber man kann die Vokabeln auch lernen, wenn es nicht so ist.
Du hast nur eine halbe Stunde Zeit? Gerade ideal um die Mathe-Hausaufgaben zu machen. Du langweilst dich bei der Busfahrt? Nimm schnell das Geschichtsheft heraus und lies dir nochmals durch, was ihr in der letzten Stunde gemacht habt.
| Arbeitsplatz optimal gestalten | mehr |
Beim Lernen solltest du am besten immer am gleichen Platz lernen und dort sollte so wenig wie möglich vom Lernen ablenken: weit weg von Fernseher, Handy und Playstation, möglichst ohne kleine Geschwister, die nerven. Es sollte auch nichts herumliegen, was noch schnell erledigt werden muss.
Am besten wäre ein großer aufgeräumter Schreibtisch nahe am Fenster. Dabei darf durch die Schreibhand kein Schatten auf das Papier oder Buch geworfen werden. Also ist es für einen Rechtshänder am besten, wenn das Licht von links kommt. So kann es keine störenden Schatten auf das Papier werfen.
Für das Lernen eignet sich am besten Tageslicht, dies hält die Konzentration wesentlich länger aufrecht als Kunstlicht.
Alle benötigten Utensilien sollten in Reichweite sein. Deswegen gehören Schreibgeräte, Radierer, Taschentücher, Lineale, Formelsammlung, Wörterbuch, Taschenrechner usw. in die Nähe oder auf den Schreibtisch. Dann kann man ohne vorherigen Suchstress und motiviert an die Arbeit gehen.
| Richtige Körperhaltung | mehr |
Lernen ist Arbeit. Wenn man zu entspannt an die Sache herangeht, wird man nichts in den Kopf bekommen, ist man zu verkrampft, geht auch nichts. Genauso ist es auch mit der Sitzposition: zwar gespannt, aber nicht verkrampft. Der Körper sollte aufrecht sein um Rückenschmerzen zu vermeiden.
Es gibt einfache Übungen, um die Sitzposition zu verbessern und Verkrampfungen vorzubeugen, die also helfen, das Lernen zu fördern. So kann man den Schüler im Stehen mit einer großen Bewegung eine liegende Acht in die Luft malen lassen. Hierbei ist es wichtig, dass die Hand jeweils die Körpermitte überschreitet. Man kann auch einfach auf der Stelle gehen. Dabei ist die Armarbeit wichtig, d.h. mit dem rechten Bein geht der linke Arm vor und umgekehrt.
Es gibt auch Übungen, die direkt die Sitzposition verbessern: Der Schüler sitzt aufrecht auf einem Stuhl. Die zweite Person drückt zunächst leicht, dann immer stärker, dann wieder mit langsam abnehmender Kraft an verschiedenen Stellen des Körpers des Kindes. Es sollte sich mit der gleichen Kraft dagegenstemmen, ohne die Sitzposition auch nur im Geringsten zu verändern.
| Lernen mit Musik?! | mehr |
Es gibt Leute, die mit Musik besser lernen und es gibt welche, die besser ohne Musik lernen. Am besten ausprobieren: Einmal 20 Minuten mit und einmal ohne Musik Vokabeln lernen, jeweils danach einen kleinen Test mit dem gerade gelernten Vokabeln durchführen. Auf welche Art konntest Du Dir mehr Vokabeln merken? Das ist dann Deine Methode in Zukunft.
| Textlernen | mehr |
Die meisten Menschen machen sich beim Lernen verschiedene Formen von Notizen, zumeist Stichworte auf separate Seiten oder Unterstreichungen im Text.
Diese Stichworte müssen dann strukturiert werden, z.B. durch Überschriften, unter denen man Gruppen von 5-8 Stichworten zusammenfassen kann. In der Unterstufe werden diese Überschriften mit ihren Unterpunkten oft noch in dieser Form ins Heft diktiert oder an die Tafel geschrieben. Später muss der Schüler in der Lage sein, einen geschriebenen Text selbst zusammenzufassen oder einem mündlichen Vortrag diese Punkte zu entnehmen. Zum Lernen nimmt man sich zunächst nur das Gerüst des Themenbereiches vor, indem man sich erst einmal mit den Überschriften befasst. Ob man dabei ein Mind Map oder die Darstellung untereinander im Heft bevorzugt, ist jedem selbst überlassen.
Dann fügt man die Details hinzu, indem man bei der Mitschrift nur die Überschriften betrachtet und selbständig die Unterpunkte aufsagt (wenn das noch nicht geht, muss man hier noch ein bisschen länger lernen). Für diesen Arbeitsschritt eignen sich auch gut Karteikärtchen, die man mit sich führt und immer wieder ansieht.
Das Lernen gestaltet sich einfacher und die Klassenarbeit wird besser ausfallen, wenn man nicht nur die Unterpunkte auswendig lernt, sondern sie während des Lernens noch kurz erklärt bzw. ihren Zusammenhang herstellt und sich über die Wichtigkeit der einzelnen Punkte im Vergleich klar wird.
| Lernkartei | mehr |
Die Lernkartei dient dem effizienteren Wiederholen des Stoffes, der sich schlecht einprägt. So ist z.B. das Vokabelheft oder die Vokabel-Seite im Buch der erste Schritt, sich die Vokabeln anzueignen, was dann noch nicht in den Kopf will, kann man sich gut über die Lernkartei aneignen.
Sie besteht aus mehreren verschieden großen Fächern, in denen sich Karteikarten mit dem zu lernenden Stoff befinden. Bei einer Aufteilung in fünf Fächer beginnt man damit, neue Karten in das erste und kleinste Fach zu stellen. Anschließend werden die Karten der Reihe nach aus dem Kasten entnommen und überprüft, ob der darauf enthaltene Stoff schon gelernt ist. (Beispiel: Vordere Seite der Karte deutsches Wort, Rückseite französische Übersetzung)
War die Antwort korrekt, so wandert die Karte ins nächste, etwas größere Fach. War sie nicht korrekt, so kommt die Karte zurück hinter die anderen Karten im ersten Fach.
Ist so das erste Fach einmal durchlaufen werden neue Karten nachgefüllt. Dies macht man so lange, bis das zweite Fach fast voll ist. Auch hier werden die Karten der Reihe nach entnommen, gelernte wandern ins dritte Fach, vergessene zurück ins erste. Analog verfährt man mit dem vierten und fünften Fach, Richtige eins weiter, Falsche zurück zum Start/ersten Fach.
Das System bietet große Vorteile:
Natürlich kann man sich auch ein paar Karteikarten herausnehmen und in die Hosentasche stecken, und die Inhalte über den Tag verteilt, wann immer kurz Zeit ist, lernen (beim Bäcker in der Warteschlange, im Bus, ...)
| Lernen mit allen Sinnen | mehr |
Der Mensch hat fünf Sinne (sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen), die alle parallel zueinander Informationen aufnehmen können. Und je mehr von unseren Sinnen an der Aufnahme beteiligt waren, umso besser ist unser Gehirn in der Lage mit eingehenden Information etwas anzufangen. Der ideale Weg zur Verinnerlichung des Wortes bread wäre also, wenn einem ein frisches, warmes, duftendes Brot mit grober, schöner Kruste genau in dem Moment mit den Worten "A bread for you" überreicht würde, in dem man den Hunger kaum noch aushalten kann.
Nun ist die durchschnittliche Lernsituation nicht derart optimal. Aber der Lernende kann selber seine Sinne nutzen, indem er die einzuprägenden Begriffe nicht nur liest, sondern laut spricht und sich deren Anwendung in einer passenden (oder auch vollkommen unpassenden) Situation bildlich vorstellt. Das bedeutet auch, dass es schlechter ist sich die Schreibweise eines Wortes nur über das Sehen einzuprägen. Besser ist es, das Wort auch zu schreiben (fühlen) und gleichzeitig auszusprechen.
| Die innere Einstellung zum Lernen | mehr |
Dies dürfte die wichtigste, aber auch die langwierigste Möglichkeit zur Verbesserung des Lernens sein. Mit einer positiven Einstellung zum Lernstoff lässt es sich viel leichter lernen. Auch die Eltern können hier etwas dazu tun, wenn sie dem Schüler immer vorleben, dass das ständige Dazu-Lernen ein fester Bestandteil ihres eigenen Lebens ist und sich am Schulstoff interessiert zeigen.
| Kurzfristig oder langfristig lernen? | mehr |
Es ist möglich, sich kurzfristig mit Tricks eine relativ große Menge an Informationen einzuprägen, um bspw. eine bald anstehende Prüfung zu meistern. Der Preis der Kurzfristigkeit ist aber, dass ein Großteil der aufgenommenen Daten nach kurzer Zeit wieder verschwunden ist. Dies mag akzeptabel sein, wenn es wirklich nur um eine einmalige Prüfung geht und der Themenbereich nie wieder auftauchen wird. Die meisten Wissensgebiete bauen aber aufeinander auf und ein großer Teil der vergessenen Punkte taucht später als Lücke wieder auf. Um dieses doch frustrierende Lernerlebnis, dass man schon behandelten Stoff immer wieder neu lernen muss, zu vermeiden, sollte in einer dem menschlichen Fassungsvermögen angepassten Form gelernt werden. Und das sind nun mal kleine, überschaubare Abschnitte, die über einen langen Zeitraum hinweg aufgenommen und wiederholt werden und damit die Chance bekommen, sich mit anderem Wissen zu verbinden.
| Die eigenen Ansprüche überprüfen | mehr |
Wenn man bisher große Probleme mit dem (systematischen) Lernen hatte, sollte zu Beginn einmal ein kritischer Blick auf die gesetzten Ziele und die Motivation dafür fallen. Ein ziemlich guter Grund für das Verfehlen der eigenen Ziele ist ihre Unerreichbarkeit.
Für Ansprüche an sich selber darf der Maßstab nicht das theoretisch Mögliche oder auch nur der angenommene Durchschnittsmensch sein. Neue Ziele sollten sich an den bisherigen eigenen Erfolgen orientieren. So kann es sinnvoll sein, es mal mit neun statt sieben Vokabeln am Tag zu probieren. Wenn das funktioniert, kann man so weitermachen, wenn nicht auf acht oder wieder auf sieben reduzieren. Eine realistische Planung des Lernaufwands setzt also voraus, die Grenzen des eigenen Leistungsvermögens vorsichtig auszuweiten und dabei erkannte Grenzen auch zu akzeptieren.
| Planung in kleine Häppchen aufteilen | mehr |
Wer sich als Ziel "In zwei Wochen die Französischarbeit gut schreiben" setzt, hat einen im ersten Moment unüberwindlich scheinenden Berg vor sich. Besser wäre eine Unterteilung in mehrere Ziele: Vokabeln, Grammatik, Übersetzung.
Danach unterteilt man nochmals, bis man einen Lernplan und damit auch ein Ziel für jeden einzelnen Tag hat:
| Tag 1 | Grammatik zu que, qui, ansehen Übungen S. im Cahier d’exercice |
| Tag 2 | Vokabeln S. 67 wiederholen (diese sind ja schon gelernt worden, da kann man ruhig 50 Vokabeln pro Tag wiederholen) |
| Tag 3 | Grammatik von Tag 1 wiederholen, falsche Aufgaben nochmals machen, Übungen zu ne rien, ne personne, S. ... im Buch machen |
| Tag 4 | Übersetzung des Textes S. |
Eine Planung in kleinen Schritten hat mehrere Vorteile:
Es ist zweckmäßig, die Übungen, die in der Schule gemacht wurden, nochmals durchzuarbeiten. Zum einen ist das der Stoff, den der Lehrer für wichtig hielt, zum anderen hat der Schüler hier die richtigen Lösungen im Heft.
| Ich bin ein toller Lerner! | mehr |
Man plane kurz, was man in den nächsten Stunden erreichen will. Dann unterteilt man diese Planung zuerst inhaltlich, dann zeitlich in immer mehr, bis man so kleine Einheiten hat, dass man eine davon im Rahmen der eigenen Konzentrationsgrenze schaffen kann. Am Ende der Einheit legt man eine kurze Pause ein, in der man dann wild phantasieren darf:
Ich bin ja beeindruckt, dass ich mich einfach hinsetzen und anfangen konnte.
Für einen ersten Versuch war das aber schon gar nicht schlecht.
Ich habe zwar kein Wort verstanden, aber es trotzdem durchgezogen. Wenn ich so weiter mache stellt sich der Durchblick auf Dauer fast von selber ein.
Was ich hier mache ist ganz schön clever.
Und wieder bin ich dem Nobelpreis einen Schritt näher gekommen.
Gerade jetzt arbeiten die Neuronen in meinem Gehirn wie verrückt und ordnen das gerade Aufgenommene zu tollen neuen Ideen.
Nach einer solchen Pause fühlt man sich in der Regel gut. Erst dann denkt man an die zweite Einheit, und auch nur an diese. Das ganze Spiel von vorne.
| Gemeinsam lernen ist einfacher | mehr |
Dies trifft sicher nicht für alle zu, aber viele können in Zusammenarbeit mit anderen besser lernen. Wenn man sich darauf verständigen kann, dass man ein gemeinsames Ziel verfolgt, und alle Dinge, die mit diesem Ziel nichts zu tun haben, auf die Pausen oder die Zeit danach verschiebt, dann kann die gemeinsame Arbeit an einem Thema sehr produktiv sein:
